Website-Relaunch: Wann lohnt es sich und was ist zu beachten?
Ihre Website ist in die Jahre gekommen? Woran Sie erkennen, dass ein Relaunch fällig ist, wie der Prozess abläuft und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Wann ist ein Relaunch fällig?
Nicht jede Website braucht einen Relaunch. Manchmal reichen gezielte Optimierungen. Aber es gibt klare Warnsignale, bei denen ein Relaunch die bessere Investition ist als endloses Flickwerk.
1. Ihre Website ist älter als 4 Jahre
Webtechnologien entwickeln sich schnell. Eine Website von 2022 basiert auf Standards, die heute überholt sind. Mobile Performance, Core Web Vitals, Barrierefreiheit nach BFSG, KI-Suchmaschinen — all das existierte vor vier Jahren noch nicht oder war kein Thema. Wenn Ihre Website vor 2023 gebaut wurde, fehlen ihr wahrscheinlich grundlegende Funktionen, die heute Standard sind.
2. Sie werden bei Google nicht gefunden
Wenn Ihre Website bei relevanten Suchbegriffen nicht auf Seite 1 erscheint, liegt es selten an fehlendem Content allein. Häufige Ursachen:
- Langsame Ladezeiten: Google bestraft langsame Websites seit 2021 messbar. Wenn Ihre Seite über 3 Sekunden lädt, verlieren Sie Rankings und Besucher.
- Fehlende mobile Optimierung: Google indexiert seit 2019 nur noch die mobile Version. Wenn Ihre Website auf dem Smartphone schlecht funktioniert, ranken Sie schlechter — auch auf dem Desktop.
- Veraltete Seitenstruktur: Fehlende Schema-Markups, schlechte interne Verlinkung und unklare Seitenhierarchie kosten Sie Sichtbarkeit.
3. Die Website generiert keine Anfragen
Besucher kommen, aber niemand füllt das Kontaktformular aus oder ruft an? Das ist ein Conversion-Problem. Häufige Ursachen:
- Unklare Handlungsaufforderungen: Besucher wissen nicht, was sie als nächstes tun sollen.
- Kein Vertrauen: Fehlende Referenzen, kein erkennbares Team, keine Bewertungen.
- Schlechte User Experience: Überladene Seiten, unlogische Navigation, zu kleine Buttons auf dem Smartphone.
4. Sie können die Website nicht selbst pflegen
Wenn jede Textänderung einen Anruf bei der Agentur erfordert, stimmt etwas nicht. Eine moderne Website sollte es Ihrem Team ermöglichen, Inhalte eigenständig zu aktualisieren — ohne Programmierkenntnisse.
5. Die Website ist nicht barrierefrei
Seit Juni 2025 schreibt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) digitale Barrierefreiheit für viele Unternehmen vor. Wenn Ihre Website nicht WCAG 2.2 konform ist, riskieren Sie Abmahnungen und schließen bis zu 20 % potenzielle Kunden aus.
6. Das Design passt nicht mehr zum Unternehmen
Ihr Unternehmen hat sich weiterentwickelt, aber die Website spiegelt das nicht wider. Neues Logo, neue Leistungen, neue Zielgruppe — wenn die Website nicht mehr zur Marke passt, verwirrt das Besucher und untergräbt Ihre Glaubwürdigkeit.
Relaunch vs. Optimierung: Was ist sinnvoller?
Nicht immer ist ein kompletter Relaunch nötig. Hier die Entscheidungshilfe:
Optimierung reicht, wenn:
- Die Grundstruktur und Technik stimmen
- Hauptsächlich Inhalte veraltet sind
- Das Design noch zeitgemäß ist
- Die Ladezeit mit gezielten Maßnahmen verbessert werden kann
- Das CMS funktioniert und aktuell ist
Ein Relaunch ist besser, wenn:
- Die Technik veraltet ist (alte PHP-Version, unsicheres CMS, kein responsives Design)
- Die Seitenstruktur grundlegend überarbeitet werden muss
- Das Design nicht mehr zur Marke passt
- Neue Funktionen benötigt werden, die das aktuelle System nicht unterstützt
- Barrierefreiheit nachgerüstet werden muss (oft günstiger im Relaunch)
- Performance-Probleme systembedingt sind
Die 7 häufigsten Fehler beim Website-Relaunch
1. Kein SEO-Konzept vor dem Relaunch
Der größte Fehler: Die neue Website geht live und die Google-Rankings brechen ein. Das passiert, wenn URLs sich ändern, ohne dass Weiterleitungen eingerichtet werden. Jede alte URL muss per 301-Redirect auf die neue zeigen. Bestehende Rankings sind ein Vermögenswert — verlieren Sie sie nicht durch Nachlässigkeit.
2. Keine Analyse der bestehenden Website
Bevor Sie neu bauen, sollten Sie wissen, was funktioniert. Welche Seiten bringen Traffic? Welche generieren Anfragen? Was suchen Besucher? Google Analytics und die Search Console liefern diese Daten. Ein Relaunch ohne Datenanalyse ist Bauchgefühl statt Strategie.
3. Zu viel auf einmal ändern
Ein Relaunch ist verlockend, um alles gleichzeitig zu ändern: neues Design, neue Struktur, neue Inhalte, neues CMS, neue Funktionen. Das erhöht die Komplexität und das Risiko. Besser: Priorisieren Sie die wichtigsten Verbesserungen und planen Sie den Rest als schrittweise Erweiterung nach dem Launch.
4. Inhalte vernachlässigen
Ein neues Design mit alten Texten ist wie ein frischer Anstrich auf einer baufälligen Wand. Nehmen Sie sich Zeit, jeden Text kritisch zu prüfen: Ist er aktuell? Spricht er Ihre Zielgruppe an? Ist er suchmaschinenfreundlich? Gute Inhalte sind wichtiger als ein hübsches Design.
5. Mobile nicht als Priorität behandeln
Über 60 % aller Website-Besuche kommen von Smartphones. Trotzdem wird bei vielen Relaunches zuerst die Desktop-Version entworfen und mobile dann “irgendwie angepasst”. Der bessere Ansatz: Mobile First. Zuerst die mobile Erfahrung perfektionieren, dann für den Desktop erweitern.
6. Keinen Prototyp erstellen
Direkt in die Entwicklung springen, ohne vorher zu testen, ob das Konzept funktioniert, ist riskant und teuer. Ein klickbarer Prototyp zeigt Ihnen vorab, wie die neue Website aussieht und sich anfühlt — bevor eine Zeile Code geschrieben wird. Änderungen im Prototyp kosten einen Bruchteil von Änderungen in der Entwicklung.
7. Den Launch als Ende sehen
Eine Website ist nie fertig. Nach dem Relaunch beginnt die Optimierung: Performance überwachen, Conversion-Raten analysieren, Inhalte aktualisieren, SEO weiterentwickeln. Planen Sie von Anfang an Budget und Zeit für die Phase nach dem Launch ein.
So läuft ein professioneller Relaunch ab
Phase 1: Analyse (1–2 Wochen)
- Bestandsaufnahme der aktuellen Website (Traffic, Rankings, Conversion)
- Zieldefinition: Was soll die neue Website besser können?
- Wettbewerbsanalyse: Was machen andere in Ihrer Branche?
- Technische Anforderungen klären
Phase 2: Konzept & Prototyp (1–2 Wochen)
- Seitenstruktur und Navigation entwerfen
- Wireframes und klickbarer Prototyp erstellen
- Feedback einholen und iterieren
- Festpreis auf Basis des finalen Konzepts
Phase 3: Design & Entwicklung (3–6 Wochen)
- Visuelles Design basierend auf Ihrer Marke
- Entwicklung mit modernen Technologien
- Wöchentliche Updates und Demos
- SEO-Grundlagen einbauen (Struktur, Schema, Performance)
- Barrierefreiheit nach WCAG 2.2 umsetzen
Phase 4: Testing & Launch (1 Woche)
- Funktionale Tests auf allen Geräten
- Performance-Optimierung (PageSpeed > 90)
- 301-Weiterleitungen für alte URLs einrichten
- Launch, wenn Sie zufrieden sind
Phase 5: Nachbetreuung (laufend)
- Performance und Rankings überwachen
- Conversion-Optimierung
- Regelmäßige Updates und Sicherheits-Patches
- Content-Pflege und Weiterentwicklung
Checkliste: Ist Ihre Website relaunch-reif?
- Die Website ist älter als 3–4 Jahre
- PageSpeed Score unter 70 (testen auf PageSpeed Insights)
- Nicht auf Seite 1 bei Google für relevante Begriffe
- Wenige oder keine Anfragen über die Website
- Design passt nicht mehr zum Unternehmen
- Website funktioniert schlecht auf dem Smartphone
- Inhalte können nicht selbst gepflegt werden
- Keine Barrierefreiheit nach WCAG 2.2 / BFSG
- Sicherheitsbedenken (veraltetes CMS, fehlende Updates)
- Besucher verlassen die Seite schnell (hohe Absprungrate)
Wenn Sie mehr als 3 Punkte ankreuzen, lohnt sich ein Gespräch über einen Relaunch.
Sie sind unsicher, ob ein Relaunch oder eine Optimierung sinnvoller ist? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch — wir analysieren Ihre bestehende Website und geben Ihnen eine ehrliche Empfehlung.
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