Veraltete WordPress-Website modernisieren: Wann ein Update nicht mehr reicht
Alte WordPress-Version, Theme ohne Updates, kein https: So erkennen Sie, ob Ihre Website ein Sicherheitsrisiko ist, und was eine technische Modernisierung ohne neues Design leistet.
„Die Seite läuft doch noch”
Viele Unternehmenswebsites sind vor zehn oder mehr Jahren entstanden und seitdem kaum angefasst worden. Sie laufen noch, die Inhalte stimmen grob, und solange nichts kaputt ist, gibt es keinen Grund, Geld auszugeben. So denken viele Inhaber, und das ist verständlich.
Das Problem: Eine WordPress-Website, die „noch läuft”, kann trotzdem ein offenes Scheunentor sein. Veraltete WordPress-Versionen, Themes ohne Updates und fehlende Verschlüsselung sieht man ihr von außen nicht an. Angreifer schon. In diesem Ratgeber zeigen wir, woran Sie erkennen, dass Ihre Website modernisiert werden muss, warum ein einfaches Update dann oft nicht mehr geht und wie eine technische Modernisierung abläuft, ohne dass Ihre Seite anders aussehen muss.
6 Anzeichen, dass Ihre WordPress-Website veraltet ist
1. Die WordPress-Version ist mehrere Jahre alt
WordPress veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsupdates. Wer seit Jahren nicht aktualisiert hat, läuft mit bekannten, öffentlich dokumentierten Lücken. Welche Version Sie haben, sehen Sie im Backend unten rechts oder unter „Dashboard” bei „Auf einen Blick”.
2. Das Theme bekommt keine Updates mehr
Kauf-Themes werden von ihren Herstellern irgendwann nicht mehr gepflegt. Manche verschwinden ganz vom Markt. Dann gibt es weder Sicherheitsupdates noch Anpassungen an neue WordPress- oder PHP-Versionen. Prüfen Sie unter „Design, Themes”, wann Ihr Theme zuletzt aktualisiert wurde. Liegt das Jahre zurück, ist das ein klares Warnsignal.
3. Die PHP-Version ist abgekündigt
PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress läuft. Alte PHP-Versionen bekommen nach einigen Jahren keine Sicherheitsupdates mehr. PHP 7.4 zum Beispiel wird seit Ende 2022 nicht mehr gepflegt, und auch die ersten 8er-Versionen sind inzwischen aus dem Support gelaufen. Viele alte Themes und Plugins laufen aber nur auf diesen alten Versionen. Deshalb bleibt die Website auf dem alten Stand hängen, und der Hoster schaltet irgendwann ab.
4. Die Seite wird ohne https ausgeliefert
Wenn im Browser vor Ihrer Adresse „Nicht sicher” steht, fehlt die Verschlüsselung. Chrome zeigt diese Warnung seit 2018 bei allen Seiten ohne https an. Für Besucher wirkt das unseriös, für Google ist https seit Jahren ein Rankingsignal, und für Kontaktformulare ist unverschlüsselte Übertragung ein Datenschutzproblem.
5. Plugins oder Pagebuilder sind abgekündigt oder lassen sich nicht aktualisieren
Wenn im Backend Plugins mit der Meldung „Nicht mit Ihrer WordPress-Version getestet” auftauchen oder Updates wegen Inkompatibilität fehlschlagen, hängen Sie in einer Abhängigkeitskette fest: Plugin braucht neues WordPress, neues WordPress braucht neues PHP, neues PHP verträgt das Theme nicht.
6. Auf dem Handy ist die Seite unbrauchbar
Websites aus der Zeit vor 2013 wurden oft für Bildschirme am Schreibtisch gebaut. Winzige Schrift, horizontales Scrollen, Menüs, die sich nicht öffnen lassen. Heute kommt bei den meisten Unternehmensseiten mehr als die Hälfte der Besucher mobil, und Google bewertet Seiten seit Jahren nach ihrer mobilen Version.
Wenn drei oder mehr dieser Punkte zutreffen, reicht Pflege nicht mehr. Dann braucht die Website eine technische Modernisierung.
Warum „einfach aktualisieren” gefährlich sein kann
Der naheliegende Gedanke: Dann klicken wir eben auf „Aktualisieren”. Bei einer gepflegten Website ist das richtig. Bei einer Website, die jahrelang stillstand, kann es die Seite zerstören:
- Das alte Theme ist mit der neuen WordPress-Version nicht kompatibel. Das Layout bricht, Seiten zeigen Fehlermeldungen oder bleiben weiß.
- Das Theme nutzt Funktionen, die in neuen PHP-Versionen nicht mehr existieren. Die Seite lädt gar nicht mehr.
- Plugins, die das Theme braucht, gibt es nicht mehr. Ihre Inhalte, die über Theme-Kürzel (sogenannte Shortcodes) eingebaut wurden, erscheinen als kryptischer Text.
- Es gibt kein Backup. Wenn etwas schiefgeht, ist der alte Zustand weg.
Deshalb beginnt eine seriöse Modernisierung nie mit dem Update-Knopf, sondern mit einer Sicherung und einer Testumgebung.
Technische Modernisierung oder kompletter Relaunch?
Nicht jede veraltete Website braucht ein neues Design. Wenn Ihre Kunden die Seite kennen, die Inhalte stimmen und das Erscheinungsbild zur Marke passt, ist eine technische Modernisierung oft die bessere Wahl: Die Seite sieht danach aus wie vorher, läuft aber auf aktueller, sicherer Technik.
| Technische Modernisierung | Kompletter Relaunch | |
|---|---|---|
| Design | Bleibt im Wesentlichen erhalten | Wird neu entwickelt |
| Inhalte | Werden übernommen und geglättet | Werden neu strukturiert und geschrieben |
| Technik | Eigenes Theme, aktuelles WordPress und PHP, https | Ebenfalls, plus neue Struktur und Funktionen |
| Aufwand für Sie | Gering: Texte prüfen, Freigabe | Höher: Inhalte, Bilder, Abstimmungen |
| Dauer | Typischerweise wenige Wochen | Je nach Umfang mehrere Monate |
| Sinnvoll, wenn | Design passt noch, Technik nicht | Design und Inhalte wirken veraltet |
Wann sich ein vollständiger Relaunch lohnt, lesen Sie im Ratgeber Website-Relaunch: Wann lohnt es sich?
So läuft eine technische Modernisierung ab
So gehen wir bei einer Modernisierung vor, Schritt für Schritt:
- Bestandsaufnahme: WordPress-Version, PHP-Version, Theme, Plugins, Hosting-Tarif, https-Status, Inhalte und bisherige Adressen werden erfasst.
- Vollständige Sicherung: Dateien und Datenbank der alten Seite werden gesichert, bevor irgendetwas verändert wird.
- Klickbarer Prototyp: Sie sehen vorab, wie die Seite nach der Modernisierung aussieht, und geben frei, bevor die Entwicklung beginnt.
- Eigenes, schlankes Theme: Das alte Kauf-Theme wird durch ein eigenes WordPress-Theme ersetzt, das das Erscheinungsbild übernimmt, aber ohne den alten Ballast auskommt. Warum das so viel bringt, erklären wir im Ratgeber Individuelles WordPress-Theme entwickeln lassen.
- Inhalte übernehmen: Seiten, Texte, Bilder und Downloads werden in die neue Umgebung überführt. Ein gutes neues Theme versteht die Kürzel des alten, sodass nichts von Hand nachgebaut werden muss.
- Technik aktualisieren: Aktuelle WordPress- und PHP-Version, https-Verschlüsselung, Weiterleitungen aller bisherigen Adressen, damit Google-Rankings und alte Links erhalten bleiben.
- Rechtliche Seiten: Impressum und Datenschutzerklärung auf den aktuellen Stand bringen.
- Handbuch und Übergabe: Sie bekommen eine Bedienungsanleitung mit Bildschirmfotos. Jede spätere Theme-Version hat ein Änderungsprotokoll.
- Umstellung: Die neue Seite entsteht auf einer Testumgebung. Erst nach Ihrer Abnahme wird umgeschaltet. Bis dahin bleibt die alte Seite online.
Beispiel: Kopka-BIT
Die Firmenseite der IT-Management-Beratung Kopka-BIT aus Dinslaken stammte in ihren Grundzügen aus dem Jahr 2012. Sie lief auf einem Kauf-Theme, das es so nicht mehr gab, mit veralteter WordPress-Version und ohne https. Ein Redesign war nicht gewünscht, die Kunden kannten die Seite.
Wir haben das Kauf-Theme durch ein eigenes Theme ersetzt, das Farben, Logo, Slider und Aufbau beibehält, aber ohne jQuery und Fremd-Skripte auskommt, Bilder als WebP liefert und die Kürzel des alten Themes versteht. Alle Inhalte wurden übernommen: Startseite, Über mich, sechs Leistungsseiten, Publikationen, Kontakt und die Unternehmenspräsentation als Download. Dazu kamen aktuelle WordPress- und PHP-Version, https, Weiterleitungen, aktualisierte Rechtstexte und ein Handbuch im Verwaltungsbereich. Zur Referenz Kopka-BIT
Was Sie nach der Modernisierung regelmäßig tun sollten
Damit die Website nicht in zehn Jahren wieder an derselben Stelle steht:
- Updates monatlich einspielen, nachdem ein Backup gelaufen ist. Mit einem schlanken eigenen Theme und wenigen Plugins ist das in wenigen Minuten erledigt.
- Backups automatisch anlegen lassen, am besten beim Hoster und zusätzlich an einem zweiten Ort.
- PHP-Version beim Hoster prüfen, wenn der Hoster eine neue anbietet. Ein aktuelles Theme verträgt den Wechsel.
- Zugänge absichern: starke Passwörter, keine Benutzer mit dem Namen „admin”, Zwei-Faktor-Anmeldung.
- Oder die Pflege abgeben: Wir übernehmen Updates, Sicherungen und Prüfungen auf Wunsch im Rahmen eines Servicevertrags, mit Änderungsprotokoll zu jeder Theme-Version.
Häufige Fragen
Verliere ich bei der Modernisierung meine Google-Rankings? Nicht, wenn es richtig gemacht wird. Alle bisherigen Adressen werden per Weiterleitung auf die neuen geführt, Titel und Beschreibungen bleiben erhalten oder werden verbessert. Erfahrungsgemäß profitieren Rankings eher, weil die Seite schneller, verschlüsselt und mobil nutzbar wird.
Muss ich meine Texte neu schreiben? Nein. Bei einer technischen Modernisierung werden bestehende Texte übernommen und sprachlich geglättet. Sie prüfen die Vorschläge und geben frei.
Bleibt meine Seite während der Arbeiten online? Ja. Die neue Seite entsteht auf einer passwortgeschützten Testumgebung. Die alte bleibt bis zur Umstellung unverändert erreichbar.
Wie lange dauert eine Modernisierung? Das hängt vom Umfang ab. Bei einer Firmenseite mit etwa zehn Unterseiten sind es typischerweise wenige Wochen ab Freigabe des Prototyps und Lieferung der Inhalte.
Kann ich bei meinem Hoster bleiben? In den meisten Fällen ja. Domain und Hosting bleiben bei Ihnen. Reicht der Tarif nicht für eine aktuelle PHP-Version, besprechen wir vorab einen Tarifwechsel.
Sie sind unsicher, wie es um Ihre WordPress-Website steht? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch. Wir prüfen Version, Theme, Plugins und Verschlüsselung und sagen Ihnen ehrlich, ob Pflege reicht oder eine Modernisierung ansteht. Mehr unter Webdesign & Entwicklung.
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